SwissHDS startet in die Umsetzung der MVP («Minimum viable product»)-Phase
Das Grossprojekt SwissHDS hat die Freigabe des Programmausschusses für den Start in die «Minimum viable product» (MVP)-Phase erhalten. Da aufgrund der im ersten Halbjahr 2026 kommunizierten Sparmassnahmen eine Umplanung der Arbeiten stattfand, wird mit einem MVP gestartet und zu einem späteren Zeitpunkt die Freigabe des Bundesrates für die Gesamtumsetzung angestrebt. Dies dann auf Basis der Erkenntnisse aus der MVP-Phase.
Der Start mit einem MVP-Ansatz bedeutet, dass mit einer schlanken ersten Version des Schweizer Gesundheitsdatenraums (SwissHDS) gestartet wird. Ein MVP dient dazu, die grundlegenden Funktionen eines Produkts mit einem möglichst geringen Ressourceneinsatz zu entwickeln, praktisch zu testen und auf der Grundlage realer Rückmeldungen schrittweise weiterzuentwickeln. In dieser Version werden funktionsfähige Infrastruktur-Dienste in einer ersten Ausbaustufe entwickelt, die anhand von wenigen, klar definierten Anwendungsfällen und Datenflüssen gemeinsam mit realen Akteuren im Gesundheitswesen praktisch getestet werden.
So kann frühzeitig überprüft werden, ob zentrale Aspekte wie Datenaustausch zwischen Systemen, Datenschutz und Rollenverteilung tatsächlich funktionieren und konkrete Nutzen für Ärztinnen, Spitäler und weitere Beteiligte erreicht werden können. Gleichzeitig reduziert dieser Ansatz Risiken und vermeidet Verzögerungen in der Entwicklungszeit, weil technische und regulatorische Herausforderungen Schritt für Schritt gelöst werden.
Ein weiterer Vorteil: Durch das frühe Feedback der Beteiligten können Anforderungen, Sicherheits- und Einwilligungsprozesse sowie die Nutzerfreundlichkeit gezielt verbessert werden.
Der iterative Aufbau mit Entwicklungszyklen, Tests, Feedback-Erfassung und Verbesserung hilft zudem dabei, ein gemeinsames Verständnis für Ziele, Nutzen und Grenzen zu schaffen. Erkenntnisse und Rückmeldungen aus jedem Zyklus fliessen direkt in die Weiterentwicklung der nächsten Ausbaustufe ein. So entsteht ein Gesundheitsdatenraum, der sich eng an den tatsächlichen Bedürfnissen von Versorgung, Patientinnen und Patienten orientiert.
Die MVP-Phase wird bis Ende 2028 laufen.